04 Oktober 2006

Auf Erkundungstour mit Flickr

Dass man mit unterschiedlichen Diensten mittlerweile von fast jedem Fleck der Erde brauchbare Satellitenbilder bekommen kann, dürfte sich in der Internetgemeinde schon längst rumgesprochen haben. Google kaufte für diese Zwecke unlängst wieder frisches Bildmaterial u.a. für die Städte Erlangen, Fürth und München ein, das die Gebiete in höchster Auflösung zeigt.

Ein neuer Trend geht jetzt meines Erachtens sogar noch einen Schritt weiter. Beim bekannten (und wahrscheinlich besten) Fotohoster Flickr können Benutzer ihre Aufnahmen nicht nur hochladen, beschriften und mit anderen Leuten teilen. Seit Kurzem lassen sich zu jedem Bild das man geknipst hat auch sog. Geotags hinzufügen. Was bedeutet dies genau? Man schießt beispielsweise von einem interessanten Wolkenkratzer in New York ein Foto. Anstatt dann auf der Fotoseite nur zu sagen, dies sei irgendwo Downtown NY gewesen, kann man haargenau mit einer Landkarte (auch Satellitenansicht möglich) zuordnen, wo man sich zum Zeitpunkt des Abdrückens befand, d.h. es werden die Positionsdaten in einer Datenbank hinterlegt.

Dies für sich ist nicht ganz verkehrt, aber richtig lustig wird es erst wenn wieder die große Masse an Nutzern ins Spiel kommt. Mit den Flickr-Maps (hier ein Beispiel) kann man nämlich auf einer Karte (bisher wird leider nur Nordamerika unterstützt) navigieren, bestimmte Punkte ansteuern und dann durch Heranzoomen feststellen, wo auf einem gewissen Fleckchen der Erde Bilder gemacht wurden. Durch einen Klick lassen sich diese Aufnahmen heranzoomen und man bekommt einen Eindruck, wie es dort aussieht. Sicherlich praktisch ist diese Seite insbesondere für diejenigen, die sich zwecks Reisen oder Besuchen einen Eindruck von einer Region machen wollen.

Zugegeben, schöner ist es natürlich, selber die Bilder zu machen, aber dennoch wird sich dieses Spielzeug gewiss weiter verbreiten (z.B. wenn bei Naturkatastrophen oder Kriegen, Bilder der entsprechenden Stelle zugeordnet werden müssen). Wer besonders präzise seine Geotags setzen will, dem kann ich das Sony CS1 ans Herz legen. Dieses Gerät sieht aus wie eine Coladose und speichert auf Knopfdruck per GPS-Empfänger die Position, an der man sich augenblicklich befindet (Kostenpunkt ca. 150 US-Dollar). Wiederum einen Schritt weiter gehen Kameras, die diesen Chip bereits integriert haben, wie die Caplio Pro G3 von Ricoh.

Googles Beitrag zur Völkerverständigung

Nein, um die Google Language Tools handelt es sich in diesem Falle nicht, mit denen man notdürftig Webseiten übersetzen kann. Gemeint ist die weitgehend undokumentierte Möglichkeit, das Google-Suchfeld für verschiedene Berechnungen zu Rate zu ziehen. Es lassen sich nämlich nicht nur einfache Additionen, Subtraktionen oder ähnliche triviale Grundrechenarten vollführen. Auch im Bereich der Einheitenkonversion ist die Suchmaschine hervorragend zu gebrauchen.

Gewichte oder Längenangaben münzt Google genauso auf die Zieleinheit um wie Flächen- oder Raummaße. Gibt man z.B. "12 miles in km" ein, ist innerhalb kürzester Zeit das entsprechende Ergebnis auf der Suchseite zu finden. Aber es geht selbstverständlich noch ein wenig anspruchsvoller (siehe rechte Grafik): Wem etwa 8.5 flüssige U.S. Unzen überhaupt kein Begriff sind, der kann sich das in Windeseile in Milliliter umrechnen lassen. Soweit mir bis jetzt bekannt kennt der Rechner außerdem noch Extravagante Einheiten wie Furlong, Boltzmann, Kelvin, u.v.m. Am besten einfach mal ausprobieren, macht wirklich Spaß.


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